Beim Sauberwerden zählt vor allem eines: ob der Körper bereit ist. Und das erkennen Sie selbst, jeden Tag und besser als jeder Kalender.



Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage, ob Ihr Kind bereit ist, sauber zu werden. Die meisten Kinder sind irgendwann zwischen dem 18. und dem 36. Monat so weit. Dem einen Kind tut das Töpfchen mit zwei Jahren gut, ein anderes ist dann noch nicht bereit. Wichtig ist, ob Ihr Kind Pipi schon kurz halten kann und gleichzeitig merkt, dass es muss. Genau auf diese Anzeichen schaut das Quiz oben.
Es gibt mehrere Anzeichen, und sie gehören zu vier Bereichen: Körper (bleibt trocken, merkt, wenn es nass ist), Kopf (versteht eine Bitte, kann das Spielen unterbrechen), Motorik (kommt zum Töpfchen, zieht die Hose herunter) und Interesse (will aufs Töpfchen, die Windel stört). Ein einzelnes Anzeichen reicht nicht. Bereitschaft baut sich Schicht für Schicht auf.
Am häufigsten werden angeboten: das intensive Drei-Tage-Training, der Montessori-Ansatz, der kindgeleitete Weg (Brazelton), die Methode von Azrin und Foxx oder windelfrei ab Geburt. Keine davon ist wissenschaftlich klar besser belegt als die anderen. Sie können jede davon wählen. Den Körper schneller reifen lässt allerdings keine.
Die Nacht ist eine ganz eigene Sache und kommt später als der Tag, oft ein Jahr oder mehr. Sie hängt an einem Hormon, das nachts die Urinbildung bremst, und dieses Hormon reift von selbst. Trockene Nächte lassen sich nicht trainieren, sie kommen von selbst. Wenn Ihr Kind älter ist, können Sie es sanft ermutigen. Bis zum Schulalter gilt nächtliches Einnässen nicht als Problem.
Wenn es nicht klappt, sind Trotz oder ein Fehler der Eltern selten der Grund. Am häufigsten sind drei Ursachen: Der Körper ist noch nicht so weit, Ihr Kind hat schmerzhaften oder harten Stuhl, oder in der Familie verändert sich gerade viel (Umzug, ein neues Baby, Start in der Kita). Im ersten Fall hilft Zeit, im zweiten die Kinderärztin oder der Kinderarzt, im dritten Ruhe.


Ihr Ergebnis bleibt gleich. Was sich ändert, ist der richtige Zeitpunkt, und danach fragt sonst kaum jemand. Überspringen Sie diesen Schritt ruhig, wenn nichts davon zutrifft.


